Im Interview mit Berliner Friseur Bela Fahrenwald (mod´s hair)

Ich habe Bela im Rahmen eines Foto-Shootings in Berlin getroffen. Der Berliner Star-Friseur stylte am Set die Haare der deutschen Schauspielerin Natalia Wörner. Zwischen den Aufnahmen hatte er Zeit für ein kurzes Interview und so sprachen wir u.a. über Corona und seine unerbittliche Liebe zu seinem Job.

Wie bist du zu mod´s hair gekommen?

Ich kannte die Marke aus Paris und wollte gerne vom Tanzen in die Maskenbildnerei wechseln. Damals galt dafür als Voraussetzung noch eine abgeschlossene Friseurlehre. Ich schlenderte durch die Berliner Straßen und stand plötzlich vor der Filiale in der Meineckestraße und dachte: „Wow, die gibt’s hier auch.“ Sie nahmen mich bei sich auf und da bin ich bis heute zu Hause. Hier fand ich genau die Mischung an Möglichkeiten, die mir entsprechen: Kunst, Mode, Team, tolle Kunden, lernen und die Lehre. Das ist bis heute so.

Wie groß ist dein Team in Berlin-Mitte?

Mit mir 6. 

Wie ist die aktuelle Buchungslage seitdem die Friseure wieder öffnen dürfen? Arbeitet ihr länger und auch montags?

Wir haben grundsätzlich montags geöffnet und legen auch in diesen Zeiten hohen Wert auf Qualität und Kundenpflege. Ich habe mich von Anfang an dafür entschieden, die Öffnungszeiten nicht zu verändern. Mein Team besteht fast ausschließlich aus FriseurmeisterInnen, erfahrene, langjährige Kollegen, das Niveau ist sehr hoch, entsprechend ist die Belastung. Wir sind noch über Wochen so gut wie ausgebucht. Wir haben so wunderbare Kundinnen und Kunden, sie haben zum Glück Geduld und Verständnis. Danke dafür an dieser Stelle!

Hast du auch prominente Kunden, die regelmäßig bei dir sind?

Sicher. Das bleibt in einer Stadt wie Berlin nicht aus. Sie schätzen die unaufgeregte Art von mod’s hair Paris und profitieren von hoher Expertise. Über 50 Jahre Erfahrung in Stil und Technik sprechen für sich. Ich betreue einige Schauspieler vor und während der Dreharbeiten. Natalia Wörner ist seit vielen Jahren eine treue, spannende Kundin, die auch gerne regelmäßig mit Freude bei unseren Foto-Shootings dabei ist. Auf meiner Homepage kann man sich ein Bild davon machen: https://www.fahrenwald.de/index.php/referenzen.

Was hat sich für dich durch die Corona-Krise am meisten verändert (aufs Geschäft bezogen, aber auch gerne persönlich)?

Es ist natürlich alles sehr kräftezehrend geworden. Sowohl körperlich als auch psychisch. Die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, das ständige Reagieren auf die aktuellen Entwicklungen. Die Kunst leidet natürlich. Seit Monaten finden keine Shootings, keine Modenschauen, keine Seminare mehr statt. Das fehlt natürlich sehr, wenn man das fast 30 Jahre genießen durfte.

 

Eintritt in den Salon nur mit Impfpass?

Wie schätzt du die Situation Ende 2021 ein (für den Fall, dass alle durchgeimpft sind)? Dürfen dann nur noch Kunden mit gültigem Impfpass kommen?

Da ich ein großer Fan des Impfens im Allgemeinen bin, vertrete ich die Meinung, dass dies eine der entscheidendsten Errungenschaften der Menschheit ist, um sich gegen lebensbedrohliche Krankheiten zu stemmen. Ich hoffe sehr, dass sich die große Mehrheit für die Impfung entscheiden wird. Allerdings gehe ich auch stark davon aus, dass uns die Masken noch lange begleiten werden – trotz Impfung.

Als mögliches künftiges Szenario bezüglich des Friseurbesuchs könnte ich mir vorstellen, dass die geimpften Menschen mit dem Impfpass wieder ein Stück Normalität zurückerlangen werden – auch beim Friseur. Wer nicht geimpft ist, muss einen aktuellen Test vorweisen. Ich selbst bin bereit, alles zu geben, was uns ermöglicht, unsere Kunst zu leben. Unsere lieben Kunden sollen dies beim Besuch des Salons auch spüren. Einen Impfzwang finde ich schwierig. Ich zähle auf den Respekt der Menschen in unserer Gesellschaft, den anderen gegenüber.

 

Aus Leidenschaft Friseur

 

Was sind die Seiten an deinem Beruf, die du weniger schön findest?

Ich verstehe die Frage nicht ;-) Für mich gibt es keinen unschönen Aspekt in diesem Beruf. So vielfältig, spannend, erfüllend. Ich beobachte eher mit Sorge, dass sich immer weniger junge Menschen entscheiden, diesen wunderbaren Beruf zu erlernen. Vielleicht hilft ja diese Pandemie auch zu erkennen, wie wichtig und wohltuend ein gepflegtes Äußeres ist.

Was schätzt du an dem Franchise System von mod´s hair am meisten?

Das System mod’s hair ist einfach genial! Wir sind tatsächlich wie eine große internationale Familie! Wir teilen im ständigen Austausch die Looks, die Trends, die Freude, die Kunst, die Sorgen und Unwägbarkeiten. Unsere regelmäßigen Treffen sind von sachlich bis legendär. Oft an tollen Orten, wo neben konstruktivem Austausch auch das Persönliche nicht zu kurz kommt. Als Unternehmer behält man trotzdem große individuelle Entscheidungsfreiheit. Bei mod’s hair geht es nicht um das gleiche Klopapier, sondern um die weltweit geltenden Qualitätsstandards und die unvergleichbare Technik mod’s hair.

Wie ist dein Werdegang?

Ich habe mein mod’s hair Paris-Leben im Juli 1994 mit der Ausbildung zum Friseur im Westen Berlins begonnen. Am Ende meiner Ausbildungszeit habe ich die Teamleitung einer Filiale übernommen und wurde Trainer. 1999 arbeitete ich im Gründungsteam des Artistic-Team mod’s hair Deutschland. Ab 2000 gab es im Berliner Ostteil eine weitere Franchise-Nehmerin, meine heutige Partnerin Madeleine Schwinge. Durch den überraschenden Tod meines ersten Chefs wechselte ich dann an den Gendarmenmarkt. Mit dem Erlangen meines Meister-Titels 2014 bot sich mir die Möglichkeit, in das seit 2008 am Monbijouplatz bestehende Unternehmen anteilig einzusteigen.

 

Hier schreibt Christina Wilting. Die 26-jährige Essenerin ist seit Dezember 2020 neue Education  und Marketing Managerin bei mod´s hair Deutschland. In ihrer regelmäßigen Kolumne wird sie künftig Tipps und Tricks rund um das Thema Haare geben und aktuelle Trends besprechen. Sie mag den Stil der französischen Frauen - unangestrengt, edel, lässig, grazil - und passt wahrscheinlich deshalb so gut zu mod´s hair.

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